Abgeschlossene Arbeiten

  • Burkhard Nonnenmacher
    "Vernunft und Glaube bei Kant" (Habilitation)
    Teil 1 entwickelt Kants Verhältnisbestimmung von Vernunft und Glaube als Inklusionsverhältnis. In Auseinandersetzung mit der Postulatenlehre der ersten und zweiten Kritik wird Kants Vernunftglauben als bestimmtes Verhältnis von theoretischem und praktischem Vernunftgebrauch analysiert und seine Beziehung zur Architektonik der reinen Vernunft entwickelt. Ein zweiter Schritt stellt die hiermit verknüpften fundamentaltheologischen Grundentscheidungen Kants dar und zeigt zu welchen materialdogmatischen Konsequenzen diese in Kants Religionsschrift führen.
    Teil 2 fragt, was von Kants Verhältnisbestimmung von Vernunft und Glaube zu halten ist. Kants Position zum Verhältnis von Sünde, Gnade und Rechtfertigung sowie seine die Christologie, Ekklesiologie und Eschatologie betreffenden Positionierungen werden daraufhin hinterfragt, inwieweit Kant wirklich für sich in Anspruch nehmen kann, den vernünftigen Kern dieser Themen aufgezeigt zu haben.

  • Johannes Schwanke
    „Securis judicat orbis terrarum“? John Henry Newmans Konversion zur römisch-katholischen Kirche aus protestantischer Perspektive (Habilitation)

  • Ullrich Wiedenroth
    "Unum Omnia. Thema und Genese der Tübinger Christologie im sog. Kenosis-Krypsis-Streit, systematisch-theologisch untersucht" (Dissertation)

  • Frank Dettinger
    "Radikale Selbstbestimmung – Eine Untersuchung zum Freiheitsverständnis bei Harry G. Frankfurt, Galen Strawson und Martin Luther" (Dissertation)
    Diesem Dissertationsprojekt liegen zwei Leitfragen zugrunde: Inwiefern erscheint es angemessen, radikale Selbstbestimmung für das Freiheitsverständnis als relevant zu erachten? Und: Lässt sich radikale Selbstbestimmung im Zusammenhang einer Freiheitstheorie als möglich darstellen? Dabei wird unter radikaler Selbstbestimmung das Vermögen eines Handlungssubjekts verstanden, seine persönliche und charakterliche Beschaffenheit, aus welcher die Gründe und Ursachen seiner Entscheidungen und Handlungen resultieren, in einem unabhängigen Akt frei zu bestimmen.
    Die Arbeit enthält Darstellungen über das Freiheitsverständnis bei Frankfurt, Strawson und Luther, wobei jede dieser Darstellungen sich an den beiden Leitfragen nach Relevanz und Möglichkeit radikaler Selbstbestimmung orientiert. Wichtige Aspekte bilden die Beschreibung der angelsächsischen analytisch-philosophischen Freiheitsdebatte in ihrem Potential, Luthers Freiheitsverständnis systematisch zu erschließen, der Zusammenhang von Luthers Rechtfertigungsverständnis mit der Freiheitsproblematik sowie die Frage nach der Möglichkeit von Verantwortlichkeit.

  • Steffen Kudella
    "Empiristischer Deismus – Darstellung und Kritik der Religionsphilosophie David Humes" (Dissertation)
    David Hume gilt als einer der schärfsten Kritiker der Natürlichen Theologie. Anders als in Untersuchungen, die ihn als destruktiven Atheisten oder Agnostiker erweisen wollen, soll dieser in meinem Dissertationsvorhaben als minimalistischer Deist und als der religiösen Laienbewegung des Englischen Deismus verwandt vorgestellt werden. Seine Gottesauffassung ist eng verknüpft mit seiner Religionskritik und wird von ihm, wie gezeigt werden soll, mithilfe eines von ihm als gültig erachteten empirischen Gottesbeweises begründet. Hume strebt nicht die Auflösung Natürlicher Theologie an, sondern die radikale Einschränkung der Natürlichen Theologie auf die Überzeugungskraft ihrer empirischen Argumente.

  • Katharina Stichling
    "Schleiermachers Verständnis von Willensfreiheit" (Dissertation)
    Das Dissertationsprojekt untersucht Schleiermachers Verständnis von Willensfreiheit anhand ausgewählter Schriften: die Jugendschriften Freiheitsgespräch und Über die Freiheit, die Monologen, Über die Erwählung und die relevanten Paragraphen der Glaubenslehre. Um Schleiermachers Freiheitstheorie methodisch reflektiert diskutieren zu können, wird ein Analyseraster aus der aktuellen analytisch-philosophischen Freiheitsdebatte entwickelt. Vorläufige Arbeitsthese ist dabei, dass Schleiermacher eine kompatibilistische Freiheitstheorie vertritt, er in seiner Sensibilität für die bleibenden Schwierigkeiten des Kompatibilismus aber darüber hinausgehende Lösungsansätze aufzeigt. Aus der Darstellung und Kritik von Schleiermachers differenziertem Freiheitsverständnis sollen daher auch Denkanstöße für die aktuelle Freiheitsdebatte gewonnen werden.

  • Jan Schole
    "Zeit und Ewigkeit Gottes" (Dissertation)
    Vor dem Hintergrund der theologischen Diskussion um das Ewigkeitsverständnis und physikalischer Zeittheorien soll die These begründet werden, dass die Ewigkeit Gottes im vollen Sinne als Freiheit und Macht über die Zeit verstanden werden kann, das heißt als Möglichkeit, die eigene Zeitgestalt und den Bezug zur geschaffenen Zeit selbst schöpferisch bestimmen zu können. In Auseinandersetzung mit physikalischen Zeittheorien und der Spätphilosophie Schellings, in deren Zentrum ebenfalls die Freiheit Gottes steht, werden die Details dieses Ansatzes ausformuliert.

  • Gustav Melichar
    "Die Wirklichkeit des Guten. Das Verhältnis von Sein und Sollen in Hegels Wissenschaft der Logik im Spiegel der Kierkegaardschen Kritik" (Dissertation)
    Das Dissertationsprojekt mit dem Arbeitstitel „Die Wirklichkeit des Guten. Das Verhältnis von Sein und Sollen in Hegels Wissenschaft der Logi im Spiegel der Kierkegaardschen Kritik“ untersucht zunächst die besondere Gestalt des ontologischen Gottesbeweises in Hegels Wissenschaft der Logik unter besonderer Berücksichtigung der Kantischen Argumentation gegen philosophische Theologie. In einem zweiten Schritt sollen die Hegelschen Überlegungen dann mit den Einwänden Kierkegaards konfrontiert werden, wodurch der Blick auf die Grundlegung normativer Bindungen in der WdLgerichtet wird. Die abschließenden Überlegungen zielen so auf die Verbindungsmöglichkeit des ontologischen Arguments und der Begründung normativer Gehalte im Rahmen der Hegelschen Philosophie.