Das Forschungsprojekt

Die Studie wird getragen vom Lehrstuhl für Religionspädagogik der Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Prof. Dr. Friedrich Schweitzer) und dem Comenius-Institut Münster (Direktor Peter Schreiner) in Zusammenarbeit mit dem Kirchenamt der EKD (OKRin Birgit Sendler-Koschel).

Die Zweite Studie

Die Zweite Studie (2012-2016) nimmt, aufbauend auf den Ergebnissen von 2008, die längerfristigen Wirkungen der Konfirmandenarbeit in den Blick, insbesondere am Beispiel der Übergänge ins freiwillige Engagement (bes. als Teamer/in in der Konfirmandenarbeit), die auch für das Verhältnis von Zivilgesellschaft und Konfirmandenarbeit bzw. Kirche bedeutsam sind. Inwiefern ist die Konfirmandenarbeit ein Ermöglichungssetting für freiwilliges Engagement innerhalb und außerhalb der Kirche? Was sind die entscheidenden Bedingungsfaktoren für einen gelingenden Übergang von der Konfi-Zeit in freiwilliges Engagement? Wie gelingt es der Konfirmandenarbeit, Jugendliche "mitzunehmen" in freiwillige Arbeitsfelder innerhalb und außerhalb der Kirche? Und welche Rolle spielt dabei aus Sicht der Jugendlichen ihr christlicher Glaube? Im weitesten Sinne steht damit auch die Frage nach den Wirkungen der Konfirmandenarbeit auf die Kirchenbindung und die Engagement-Entscheidungen Jugendlicher zur Debatte.

In ihrer Eigenschaft als Folgestudie ermöglicht die Zweite Studie darüber hinaus einen Zeitreihenvergleich auf bundesweiter und auf internationaler Ebene (für t1 und t2), mit dem erstmals differenzierte Aussagen über aktuelle Entwicklungen und Tendenzen in der Praxis der Konfirmandenarbeit innerhalb der letzten fünf Jahre getroffen werden können. Durch die Befragung der Jugendlichen zwei Jahre nach der Konfirmation (t3) und die qualitativen Begleitstudien werden die Langzeitwirkungen der Konfirmandenarbeit und damit die Nachhaltigkeit dieses Bildungsangebots in den Blick genommen.

Design der Studie

Im Vergleich zur Ersten Studie wurde das bewährte t1/t2-Design nun ergänzt um einen dritten Befragungszeitpunkt im Jahr 2015 (t3): Die ehemaligen Konfirmandinnen und Konfirmanden werden zwei Jahre nach der Konfirmation erneut kontaktiert und um eine rückblickende Einschätzung der 2012/2013 erlebten Konfi-Zeit sowie ihrer Erfahrungen mit freiwilligem Engagement und Kirche gebeten. Insgesamt können auf diesem Wege in Deutschland etwa 11.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie ca. 2.500 haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende befragt werden. Der t3-Fragebogen wurde an ca. 5000 Jugendliche verschickt; ca. 2500 Jugendliche antworteten.


Auswahl der beteiligten Gemeinden

In den beteiligten Landeskirchen wurden nach einem strukturierten Zufallsprinzip aus der Gesamtzahl der Gemeinden Befragungsgemeinden ausgewählt. Diese sowohl auf Ebene der Landeskirchen wie auch auf EKD-Ebene repräsentative Zufallsauswahl wurde durch das GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Mannheim vorgenommen. Disproportionale Fallzahlen in einzelnen Landeskirchen, die beispielsweise durch Oversampling oder besonders hohen/geringen Rücklauf entstanden sind, werden durch Gewichtungsfaktoren in den Gesamtergebnissen ausgeglichen. Die ausgewählten Befragungseinheiten umfassen immer jeweils eine Konfirmandinnen-/Konfirmandengruppe einer Gemeinde, die 2013 konfirmiert wurde, sowie alle für diese Gruppe zuständigen haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Im Anschluss an eine vorab erfolgte Erhebung der Grunddaten der beteiligten Gemeinden (t0) erhielten diese im Juli/August 2012 (t1) und im Frühjahr 2013 (t2) – und damit ca. sechs Wochen vor der Konfirmation – Fragebögen für Konfirmandinnen und Konfirmanden, Mitarbeitende und Pfarrerinnen/Pfarrer . In diesem Teil der Studie stehen seitens der Konfirmandinnen und Konfirmanden die Erwartungen an die und die Erfahrungen mit der Konfirmandenarbeit, aber auch grundlegende Einstellungen zu Glaube und Kirche sowie deren Veränderungen im Verlauf der Konfi-Zeit im Mittelpunkt. Besonderes Interesse gilt jedoch bei allen Befragtengruppen den Erfahrungen mit freiwilligem Engagement innerhalb und außerhalb der Kirche. Darüber hinaus wurden neue Fragen beispielsweise zum Gottesdienst eingesetzt.

Die Erste Studie 2007/2008

Ziel der Ersten Studie zur Konfirmandenarbeit (2007/08) war es, erstmals ein empirisches Gesamtbild der Praxis der Konfirmandenarbeit aus Sicht der Mitarbeitenden und der Jugendlichen bereitzustellen – im bundesweiten ebenso wie im internationalen Kontext. Die Befragung aller Akteurinnen und Akteure im Handlungsfeld "Konfirmandenarbeit" (Konfirmandinnen und Konfirmanden, haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende, Pfarrerinnen und Pfarrer) gewährleistete einen multiperspektivischen Zugang zum Forschungsfeld. [Erste Studie 2007/2008]

Projektleitung

An der Universität Tübingen wurde das Forschungsprojekt "Konfirmandenarbeit in Deutschland und Europa" eingerichtet. Das Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Friedrich Schweitzer wird koordiniert und umgesetzt von Dipl. Theol. Georg Hardecker, Dipl. Päd. Katja Lißmann, Dr. Christoph Maaß und Dr. Wolfgang Ilg. [Projektleitung]

Beirat und Expert/innen

Wissenschaftlich begleitet wird die Studie durch einen Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Kirchenleitung und ALPIKA-Instituten. Die Federführung für das europäische Projekt liegt ebenfalls beim Tübinger Projekt. [Beirat und Expert/innen]