Abgeschlossene Arbeiten

Steffen Kudella

Empiristischer Deismus – Darstellung und Kritik der Religionsphilosophie David Humes (Dissertation)

David Hume gilt als einer der schärfsten Kritiker der Natürlichen Theologie. Anders als in Untersuchungen, die ihn als destruktiven Atheisten oder Agnostiker erweisen wollen, soll dieser in meinem Dissertationsvorhaben als minimalistischer Deist und als der religiösen Laienbewegung des Englischen Deismus verwandt vorgestellt werden. Seine Gottesauffassung ist eng verknüpft mit seiner Religionskritik und wird von ihm, wie gezeigt werden soll, mithilfe eines von ihm als gültig erachteten empirischen Gottesbeweises begründet. Hume strebt nicht die Auflösung Natürlicher Theologie an, sondern die radikale Einschränkung der Natürlichen Theologie auf die Überzeugungskraft ihrer empirischen Argumente.

 

Burkhard Nonnenmacher

Vernunft und Glaube bei Kant (Habilitation)

Teil 1 entwickelt Kants Verhältnisbestimmung von Vernunft und Glaube als Inklusionsverhältnis. In Auseinandersetzung mit der Postulatenlehre der ersten und zweiten Kritik wird Kants Vernunftglauben als bestimmtes Verhältnis von theoretischem und praktischem Vernunftgebrauch analysiert und seine Beziehung zur Architektonik der reinen Vernunft entwickelt. Ein zweiter Schritt stellt die hiermit verknüpften fundamentaltheologischen Grundentscheidungen Kants dar und zeigt zu welchen materialdogmatischen Konsequenzen diese in Kants Religionsschrift führen.


Teil 2 fragt, was von Kants Verhältnisbestimmung von Vernunft und Glaube zu halten ist. Kants Position zum Verhältnis von Sünde, Gnade und Rechtfertigung sowie seine die Christologie, Ekklesiologie und Eschatologie betreffenden Positionierungen werden daraufhin hinterfragt, inwieweit Kant wirklich für sich in Anspruch nehmen kann, den vernünftigen Kern dieser Themen aufgezeigt zu haben.

 

Johannes Schwanke

„Securis judicat orbis terrarum“? John Henry Newmans Konversion zur römisch-katholischen Kirche aus protestantischer Perspektive (Habilitation)

 

Ullrich Wiedenroth

Unum Omnia. Thema und Genese der Tübinger Christologie im sog. Kenosis-Krypsis-Streit, systematisch-theologisch untersucht (Dissertation)

 

Frank Dettinger

Radikale Selbstbestimmung – Eine Untersuchung zum Freiheitsverständnis bei Harry G. Frankfurt, Galen Strawson und Martin Luther (Dissertation)

Diesem Dissertationsprojekt liegen zwei Leitfragen zugrunde: Inwiefern erscheint es angemessen, radikale Selbstbestimmung für das Freiheitsverständnis als relevant zu erachten? Und: Lässt sich radikale Selbstbestimmung im Zusammenhang einer Freiheitstheorie als möglich darstellen? Dabei wird unter radikaler Selbstbestimmung das Vermögen eines Handlungssubjekts verstanden, seine persönliche und charakterliche Beschaffenheit, aus welcher die Gründe und Ursachen seiner Entscheidungen und Handlungen resultieren, in einem unabhängigen Akt frei zu bestimmen.


Die Arbeit enthält Darstellungen über das Freiheitsverständnis bei Frankfurt, Strawson und Luther, wobei jede dieser Darstellungen sich an den beiden Leitfragen nach Relevanz und Möglichkeit radikaler Selbstbestimmung orientiert. Wichtige Aspekte bilden die Beschreibung der angelsächsischen analytisch-philosophischen Freiheitsdebatte in ihrem Potential, Luthers Freiheitsverständnis systematisch zu erschließen, der Zusammenhang von Luthers Rechtfertigungsverständnis mit der Freiheitsproblematik sowie die Frage nach der Möglichkeit von Verantwortlichkeit.