Laufende Dissertationen

Blatz, Simon

Was ist theologisch angemessenes staatliches Handeln? Systematisch-theologische Reflektionen im Gespräch mit Helmut Thielicke

Kurzbeschreibung: Jede theologische Kommentierung staatlichen Handelns setzt die Beantwortung der Frage voraus, was dieses überhaupt als theologisch angemessen kennzeichnet. Diese Frage wurde in kaum einer Zeit so intensiv bearbeitet wie in der jungen Bundesrepublik und kaum ein Theologe hat ihr in öffentlichen Stellungnahmen und wissenschaftlicher Arbeit so viel Aufmerksamkeit gewidmet wie der heute kaum mehr beachtete Helmut Thielicke. Das Dissertationsprojekt versucht deshalb, die Antwort Thielickes ausgehend von seiner theologischen Gesamtkonzeption im Kontext der damaligen Debatte unter besonderem Bezug auf die biblische Argumentation zu erarbeiten, und fragt ausgehend davon im Gespräch mit aktuellen Konzeptionen, welchen Beitrag die Antwort Thielickes für die gegenwärtige Beantwortung der Frage zu leisten vermag.

 

Böger, Martin

Karl Barth und Friedrich Nietzsche. Barths Nietzsche-Rezeption dargestellt anhand anthropologischer Grundfragen.

Kurzbeschreibung: Unter dem Stichwort einer "décadence" der Gegenwart beschreibt Friedrich Nietzsche in seinen Werken den veränderungsbedürftigen Zustand der bürgerlich-christlichen Gesellschaft und fordert damit Theologen des beginnenden 20. Jahrhunderts zu Stellungnahmen und Entgegnungen heraus. Als "krisis" der Gegenwart versteht Karl Barth ein ähnlich wahrgenommenes Phänomen der gesellschaftlichen wie theologischen Gegenwart und greift dabei implizit wie explizit auf Nietzsches Gedanken zurück. In der Arbeit sollen die Einflüsse der Philosophie Nietzsches auf Barths theologisches Denken rezeptionstheoretisch nachgezeichnet werden. Daneben soll es auch darum gehen, Barths und Nietzsches Sichtweisen auf das Sein des Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, da hier die größten Berührungspunkte vermutet werden können. Am Ende der Arbeit soll dann im Rückgriff auf das Erarbeitet ein Debattenbeitrag zur Beschreibung des Seins des Menschen aus theologischer Sicht stehen.

 

Geese, Daniel

Das Wesen der Entwicklung. Das Dogma als historisches Phänomen und der normierende Charakter der christlichen Botschaft: John Henry Newman und Adolf von Harnack.

Kurzbeschreibung: Die Arbeit soll einen Vorschlag zur Formulierung eines sachlich angemessenen Verständnisses des normierenden Charakters der Botschaft des Evangeliums machen, welcher sich etwa in der Formulierung von dauerhaft relevanten Lehraussagen (Dogmen bzw. Bekenntnisse) und der immer aktuellen Interpretation der Schrift und der Tradition und sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Lehre der christlichen Botschaft niederschlägt. Sowohl Newman als auch Harnack legten bei ihren Arbeiten einen Schwerpunkt darauf, diesen normierenden Charakter zu untersuchen, zu beschreiben und nach seinen Gründen zu befragen. Die Arbeiten Newmans und Harnacks könnten sich darin, so die Ausgangsthese, gegenseitig ergänzen, da sie verschiedene notwendige Überlegungen zum Zentrum hatten, die für ein Verständnis des normierenden Charakters der christlichen Botschaft sowohl im innerkonfessionellen wie auch im ökumenischen Kontext von Wichtigkeit sind: die Glaubensgewißheit des Einzelnen und die Beziehung des Einzelnen zur sich entwickelnden Gemeinschaft der Christen einerseits, sowie, andererseits, die Entstehung und Formung der christlichen Botschaft in ihrer historischen Gestalt.

 

Hechler, Miriam

Rhetorik im interreligiösen Dialog am Beispiel der frühen jesuitischen Japanmission

Kurzbeschreibung: Die Arbeit will anhand der jesuitischen Mission im "christlichen Jahrhundert" Japans rhetorische Strategien im interreligiösen Dialog erforschen. Dazu wird das rhetorische Vorgehen der Missionare analysiert und in Beziehung zu ihrer Kultur und ihren religiösen Überzeugungen gesetzt. Dabei soll auch untersucht werden, ob durch die Erfahrungen in der interreligiösen Begegnung eine Veränderung der rhetorischen Strategie stattgefunden hat.

 

Kim, Paul

Karl Barth's Theology of Culture.

Kurzbeschreibung: Tentatively, my research's basic aim is to interpret Barth's theological (re)conceptualizations of culture, coordinate them in a network of mutual conceptual references, and reconstitute these concepts in (or 'as') his metaphysical framework (e.g., one informed by election -- God's act and human act) as they naturally lend themselves to it (or to one another as a self-referenced metaphysical framework). I suspect, in the end, the project will be about God's act in relation to human act, which includes a map of the relationship between divine (uncreated) and human (creaturely) freedom and the relationship between freedom and creation in general. This means that the project will consider the 'bounds' (if I may) of Jesus Christ as the one who is very God and very human; and as such, my primary questions will revolve around the theme of Jesus Christ as the real cultivated humanity and its relevance to our own humanity as a cultural being.

 

Kupsch, Alexander

Autorität im Gebrauch. Schriftgebrauch bei Martin Luther
Kurzbeschreibung: Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Profil theologischer Denkformen unter der Voraussetzung eines normativen Textbestandes („Schriftautorität“). Am Beispiel Martin Luthers werden konkrete Gebrauchsformen der „Heiligen Schrift“ in religiösen (Gottesdienst, Frömmigkeit) und theologischen (Vorlesungen, Disputationen) Zusammenhängen untersucht.

 

Meier, Friedhelm

Gott als Grund der Wirklichkeit und somit als Urheber des Bösen? Eine Analyse von Modellen zur Verhältnisbestimmung von göttlichem und menschlichem Handeln anhand der Leitfrage nach dem Ursprung des Bösen

Kurzbeschreibung: Das Dissertationsprojekt erörtert die Verhältnisbestimmung von göttlichem und menschlichem Werk anhand der Frage nach dem Ursprung des Bösen. Hierzu werden theoretische Modelle verschiedener Denker aus Philosophie und Theologie anhand ihres Verständnisses von Gott, dem Menschen und dem Bösen analysiert. Durch die Analyse soll gezeigt werden, dass die notwendige, aber nicht hinreichende, argumentative Reflexionsstruktur die Ergänzung der narrativen Kommunikationsstruktur benötigt.

 

Meister, Julia

Die unverfügbaren Voraussetzungen des freiheitlichen, säkularen Staates und der Zivilgesellschaft. Religiöse Grundlagen der Demokratie und ihre Kritik.

 

Oelze, Andreas

Das reformatorische Gesetzesverständnis - zwischen Bestie und Gottes Heilswillen. Zum Gesetzesverständnis von Luther, Melanchthon und Calvin.

Kurzbeschreibung: In der Arbeit soll es darum gehen, die drei Reformatoren ausgehend jeweils von einer Zentralschrift nach ihren Gesetzesverständnissen zu befragen und diese miteinander zu vergleichen. Anhand der jeweiligen Sicht auf das Gesetz läßt sich einiges über die theologische Gesamtausrichtung von Luther, Melanchthon und Calvin aussagen und so ein Beitrag zur Diskussion um die Einheit und Verschiedenheit der Reformation im 16. Jahrhundert leisten.

 

Pereira, Rahel

Gottesdienst als Bildungsprozess des Glaubens und der Ort der Wirksamkeit des Heiligen Geistes. Eine Untersuchung aus reformatorischer und (lateinamerikanisch) pfingstlicher Perspektive.

 

Robson, Dwight

Religious Faith, the Politics of Prosperity and the New Black Church

Kurzbeschreibung: In this work I will discuss the Rise of the Christian Right and how it has emerged as a powerful and dominating force in the recent political, economic and social climate of American life.
I will explore some of the theological implications of the movement's influences by examining the writings, speeches and sermons of leading representatives of the movement with a focus on the various ways they have addressed topics such as Separation of Church and State, morality, justice, religious pluralism, race, ethnicity, gender and the role of the church (if there is one) in the public square. In this framework I will also discuss the impact The Religious Right Movement continues to have as it collides with many of the long standing traditional theological views of the Black Evangelical Church in America.

 

Trugenberger, Julius

Friedrich Brunstäds neoidealistische Religionsphilosophie und das Problem der Gegenständlichkeit Gottes.

Kurzbeschreibung: Seit Kants transzendentalphilosophischer Wende stellt sich die Frage, ob überhaupt noch und, wenn ja, auf welche Weise von Gott sinnvoll als von einem gegenständlichen Gegenüber des menschlichen Ich die Rede sein kann. Doch nachkantisch eröffnet sich auch – unter Rekurs auf die idealistische Tradition – die Möglichkeit einer Entgegenständlichung des Gottesgedankens, die allerdings die Frage aufwirft, inwieweit Gott dann noch als ein (in personalen Kategorien beschreibbares) Gegenüber des menschlichen Ich aufgefasst werden kann. In dem geplanten Dissertationsprojekt soll ausgehend vom Ansatz des in hegelscher Tradition stehenden lutherischen Theologen und Religionsphilosophen Friedrich Brunstäd jener Diskussionsstrang in der neuen lutherischen Theologie nach 1918 untersucht werden, für den vor dem Hintergrund neoidealistischer Religionsphilosophien die Gottesfrage wesentlich unter gegenstandstheoretischen Gesichtspunkten zum Problem wurde. Auf diese Weise soll nicht nur Brunstäds Ansatz einer Bewertung unterzogen, sondern auch nach theologisch gangbaren Wegen gefragt werden, die Gott weder unsachgemäß vergegenständlichen noch auf eine völlige Entgegenständlichung des Gottesgedankens drängen, mit der nämlich die (frömmigkeitspraktisch relevante) Ich-Du-Konstellation in der Gottesbeziehung aufgehoben würde.

 

Ueda, Akira

Der Begriff der Geschichtlichkeit in Schleiermachers Sittenlehre.

Kurzbeschreibung: Das Christentum braucht die Gemeinschaft, die Gemeinschaft braucht das Christentum.

 

Wille, Christiane

Theologie und poetisches Selbstverständnis bei Friedrich Hölderlin.

Kurzbeschreibung: In meinem Dissertationsvorhaben setze ich mich mit religiösen Implikationen im Werk Friedrich Hölderlins auseinander. Meine These ist, dass sein poetisches Werk sowie seine poetologischen Reflexionen schon in seinen unveröffentlichten theoretischen Schriften sowie in seinen frühen literarischen Werken mit religiösen Fragestellungen verbunden sind, die in der weiteren Entwicklung seines Werkes, insbesondere in seinen späten Hymnen sogar theologische und christologische Themen aufnehmen.