Vergangene Lehrveranstaltungen im WS 2012/13

Hier finden Sie das Lehrangebot für das Wintersemester 2012/13.

 

Vorlesungen

Kirchentheorie

Prof. Dr. Birgit Weyel

2st., Di 8-10 Uhr, SR 10

 

Die Vorlesung bietet einen Überblick über Fragen nach der Funktion und Organisation von Kirche und Gemeinde in der modernen Gesellschaft und geht schwerpunktmäßig auf  gegenwärtig diskutierte Themen ein. Um  einige Fragen zu nennen: Wie soll sich die evangelische Kirche in einer multireligiösen Gesellschaft zukünftig selbst verstehen? Wie sind die starken Unterschiede innerhalb der EKD zwischen Nord und Süd, Ost und West kirchenleitend zu berücksichtigen? Welche Steuerungsmöglichkeiten gibt es überhaupt, um auf die Zukunft der Kirche Einfluss zu nehmen und Gemeinde vor Ort zu gestalten? Welche Formen religiöser Sozialität entstehen neben der traditionellen Ortsgemeinde? Wie verändern Mobilität und Mediengebrauch die Wahrnehmung von Kirchenmitgliedschaft?

 

Seminare

Tod, Trauer, Gedenken. Bestattung im Wandel

Prof. Dr. Birgit Weyel (zusammen mit Pfr. Christoph Weiss-Schautt)

2st., Do 16-18 Uhr

 

Das Seminar widmet sich den Ritualen um Tod und Bestattung (Aufbahrung, Aussegnung, verschiedene Formen der Beistattung (Feuer, Erde, Friedwald): ihrer liturgischen Gestaltung, der Verkündigung christlicher Hoffnung im Angesicht des Todes, der Seelsorge an den Trauernden und der Gestaltung öffentlicher Erinnerungskultur.

Für Pfarrerinnen und Pfarrer ist dieses Handlungsfeld zentral, aber auch eine große Herausforderung: angesichts der Vielfalt der Trauerfälle, ihrer Unplanbarkeit, der Beanspruchung durch Seelsorge, der Auseinandersetzung mit Traditionsabbrüchen seitens der Angehörigen und der Professionalisierung von Bestattungsunternehmen, die in Gestaltungsfragen (z.B. Musikwünsche)  mitberaten.

Das Seminar verschränkt liturgisch-rituelle, homiletische und seelsorgerliche Perspektiven und fragt nach Rollenbildern für die pastorale Aufgabe.

Ergebnisse eines empirischen Forschungsprojekts in Württemberg zur Wirkung von Bestattungspredigten werden mit in die Veranstaltung einfließen.

Insbesondere zu Fragen der Seelsorge und des pastoralen Selbstbildes wird mit Herrn Pfarrer Christoph Weiss-Schautt (Studienzentrum Haus Birkach/Geistliche Begleitung) kooperiert. Geplant ist eine nachmittägliche Exkursion zu einem Bestattungsunternehmen (Haus des Übergangs, Rilling und Partner in Tübingen) und dem Friedwald Hohenentringen.

 

Die Verantwortung der Kirche in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit. Kirchentheoretische und ethische Perspektiven im Zusammenhang der Frage von Mitgliedschaft und Verbundenheit

Prof. Dr. Birgit Weyel (zusammen mit Prof. Dr. Thomas Schlag, Zürich)

2st., Blockveranstaltung 16.-18.11.2012 plus Vorbereitungstag

 

Welche Verantwortung hat die Kirche in der Öffentlichkeit? Wie lässt sich der öffentliche Auftrag von Kirche in einer säkularisierten Gesellschaft beschreiben und begründen? Die Veranstaltung will dazu beitragen, Grundfragen des öffentlichen gesellschaftlichen Auftrags von Kirche im Blick auf öffentlichkeitswirksame Stellungnahmen und Aktivitäten theologisch zu bearbeiten und zu klären. Dies soll gemeinsam mit einer Gruppe von Studierenden aus Zürich geschehen. Die deutsch-schweizerische  Kooperation ermöglicht den internationalen Austausch und den Vergleich zwischen zwei unterschiedlich kulturell und kirchlich geprägten Kontexten.

Eine Vorbesprechung findet am 23.10. um 12.00 Uhr statt.

 

Proseminar

Homiletisches Proseminar

Dr. Kristin Merle

2st., Mo 14-16 Uhr

 

Übungen

Der evangelische Gottesdienst. Reflexionen zu Tradition und Innovation (Übung zur Vorbereitung auf das Praktikum)

Dr. Kristin Merle (zusammen mit Hans Peter Braun)

2st., Do 14-16 Uhr

 

In dieser Veranstaltung werden wir uns mit den unterschiedlichen Gestalten gottesdienstlichen Handelns beschäftigen, Sie erhalten einen grundständigen Überblick über historische Entwicklungen und gegenwärtige Diskurse.

Besonders kommen im Semester folgende Aspekte in den Blick: Wesen und Gestalt des evangelischen Gottesdienstes, der Gottesdienst als Kommunikationsgeschehen, die hymnologisch-liturgische Gestaltung.

Die Veranstaltung dient der Vorbereitung auf das Praktikum und ist dabei offen für alle am Thema Interessierten.

 

Die Kommunikation des Evangeliums unter den Bedingungen der Säkularisierung

Manuel Stetter

2st., Mo 18-20 Uhr

 

Die Tätigkeit von Pfarrerinnen und Pfarrern besteht wesentlich in Kommunikation. Egal ob als Lehrerin, Katechet, Seelsorgin, Liturg oder Predigerin, stets haben Pfarrerinnen und Pfarrer religiöse Kommunikationsprozesse zu gestalten.

Die Übung widmet sich der Frage, vor welche konkreten Herausforderungen eine säkulare Gesellschaft die pastorale Kommunikationspraxis stellt. Die Übung gliedert sich dabei in zwei Teile: Zunächst soll geklärt werden, was unter Säkularisierung überhaupt verstanden werden kann. Dazu werden wir uns mit einschlägigen Texten zum Motiv der Säkularisierung auseinandersetzen. Sodann wollen wir diskutieren, welche Konsequenzen daraus für die Kommunikation des Evangeliums folgen. Im Zentrum stehen dabei die rituellen, symbolischen und rhetorischen Kommunikationsformen des Gottesdienstes.

 

Das Verhältnis von Predigt und Exegese am Beispiel von Weihnachtspredigten

Manuel Stetter (zusammen mit Jan Rüggemeier)

2st., Do 18-20 Uhr

 

Der Bezug auf biblische Texte ist für die protestantische Predigt wesentlich. Homiletik und Exegese rücken damit in ein enges Verhältnis. Auf welche Weise dieses Verhältnis konkret zu beschreiben sei, ist freilich umstritten. Wie ist der Textbezug genau zu gestalten? Ist die Predigt Exegese oder ruht sie auf ihr auf? Ist der Text hartes Kriterium, loser Orientierungspunkt oder überhaupt nur Sprungbrett für das Predigthandeln? In welchem Verhältnis stehen Bibel- und Gegenwartsbezug? Was tragen welche exegetischen Methoden für das Predigen aus?

Am Beispiel der Weihnachtspredigt wollen wir solche und ähnliche Fragen bedenken. Als disziplinübergreifende Übung kann dies in exegetischer wie homiletischer Perpektive geschehen. Dabei sollen konkrete Predigten analysiert, methodische Zugänge reflektiert und einschlägige Literatur diskutiert werden. 

 

Oberseminar

Religion und Öffentlichkeit

Doktorandenkolloquium

Prof. Dr. Birgit Weyel

1st., 14tätig, Do 20-22 Uhr

Auch interessierte Studierende sind herzlich willkommen.

 

Was ist Öffentlichkeit?  Wie unterscheidet sie sich vom Privaten? Und wie ist die Religion zwischen Kirche, Gesellschaft und sozialen Bewegungen zu verorten? Ausgehend von Jürgen Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit (1962) werden wir uns mit neueren Theorien zur Öffentlichkeit und zur öffentlichen Funktion von Religion und Kirche  beschäftigen. Der Medienwandel wird eine zentrale Rolle spielen.

 

Die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchungen der EKD 1972-2012

Blocksozietät

Prof. Dr. Birgit Weyel

11.-13.01.2013

Anmeldung persönlich oder via Email

 

Die Blocksozietät dient zum einen der Vorstellung von Forschungsarbeiten aus der Werkstatt von Doktoranden. Zum anderen  widmen wir uns gemeinsam einem aktuellen Thema der Forschung: Die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchungen der EKD werden seit 1972 im 10-Jahres-Rhythmus durchgeführt. Es handelt sich dabei um große, repräsentative Umfragen unter evangelischen Kirchenmitgliedern und teilweise auch Konfessionslosen zu ihren Einstellungen zu Religion und Kirche. Ein Schwerpunkt wird auf der aktuellen Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung liegen. Darüber hinaus werden wir uns im Längschnitt Entwicklungen anschauen können und auch nach der Rezeption der letzten Studien fragen. So ist die Studie von 1992 mit einer Neubewertung des Kasualchristentums verbunden, die Studie von 2002 hat zu einer starken Fixierung auf Gemeindemilieus geführt. Welche möglichen Implikationen bietet der für die neue Studie verwendete Netzwerkansatz?