Vergangene Lehrveranstaltungen im SS 2013

Hier finden Sie das Lehrangebot für das Sommersemester 2013.

 

Vorlesungen

Pastoraltheologie

Prof. Dr. Birgit Weyel

2st., Di 8-10 Uhr, SR 10

 

Der Beruf des evangelischen Pfarrers/der evangelischen Pfarrerin zählt zu den akademischen Berufen, deren Entwicklung maßgeblich durch Faktoren der Entstehung moderner Gesellschaftsstrukturen bedingt ist und in Wechselbeziehungen zu diesen steht. Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Entwicklung des evangelischen Pfarramts von der Reformation bis zur Gegenwart. Sie integriert neben theologischen auch soziologische, psychologische und professionstheoretische Perspektiven, analysiert das aktuelle Berufsprofil und diskutiert pastoraltheologische Leitbilder. Dabei wird die Frage nach dem Verhältnis von Amt und Person und dem Leben im Pfarrhaus angesichts des gesellschaftlichen Wandels im Zentrum stehen.

 

Heilige Texte. Sakralisierung von Literatur und Literalisierung von Religion

Ringvorlesung von Prof. Dr. Birgit Weyel zusammen mit Prof. Dr. Klaus Antoni (Japanologie, Tübingen) und Prof. Dr. Matthias Bauer (Anglistik, Tübingen)

2st., Di 18-20 Uhr

 

In dieser interdisziplinären Vorlesung geht es um die Entstehung und die Funktion religiöser Texte, Bücher und Textcorpora in unterschiedlichen, exemplarisch ausgewählten Religionen bzw. Kulturen (u.a. Christentum, Islam, Shintoismus, Buddhismus, Neue Religionen), denen eine transzendente Qualität zugeschrieben werden. Roter Faden der interdisziplinären Ringvorlesung wird die Frage nach der ‚Heiligkeit‘ Heiliger Texte sein. Wie kann die Heiligkeit eines Textes bzw. eines Textcorpus beschrieben werden? Welche Funktionen übernehmen die Texte in ihrer Religion bzw. Kultur? Wie verhalten sich Konzepte der Heiligkeit, Autorität, Normativität, Inspiration, Offenbarung und Kanonizität zueinander? Schließlich: Wie können vor dem Hintergrund der Pluralisierung der Religionen mit Wahrheitsansprüchen umgegangen werden?

Die Vorlesungen werden von wöchentlich wechselnden Dozenten/-innen gemeinsam verantwortet und am Ende resümiert. Im Anschluss an eine ca. 60 minütige Vorlesung besteht die Möglichkeit zum Gespräch und zur Diskussion. 

 

Seminare

Religion als Beruf. Professionalität im Lehramt und Pfarramt

Prof. Dr. Birgit Weyel (zusammen mit Prof. Dr. Friedrich Schweitzer)

2st., Mi 14-16 Uhr

 

Was bedeutet es eigentlich, die Religion zum Beruf zu machen? Welche Bedeutung hat die eigene Person für die berufliche Funktion? Mit welchen Erwartungen anderer wird man umgehen müssen und wie kann man sich dazu verhalten? Diese Fragen stellen sich sowohl für zukünftige Lehrer und Lehrerinnen als auch für Pfarrer und Pfarrerinnen und diejenigen, die noch nicht genau wissen, auf welche berufliche Zukunft sie mit ihrem Theologiestudium zugehen.

Die Orientierungen in Pfarramt und Lehramt lassen sich dabei besonders gut im Vergleich klären, da es um verwandte, aber eben doch unterscheidbare Berufe geht. Die Veranstaltung untersucht das Professionalitätsverständnis historisch und systematisch mit Blick auf die Gegenwart. Dabei spielen die Erwartungen von Gemeinde bzw. Kirche und Schule bzw. Staat eine wichtige Rolle, aber auch sozialwissenschaftliche sowie theologische Deutungen von Professionalität. Aktuelle Leitbilder von Pfarramt und Lehramt werden diskutiert.

Der Seminartag am 1. Juni sollte für die Teilnahme fest eingeplant werden.

 

"Bekehrung", "Lebenswende", "Switching". Die Vielfalt der Deutungen religiöser Konversion

Prof. Dr. Birgit Weyel (unter Mitarbeit von Katharina Krause)

2st., Do 16-18 Uhr

 

Seit ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart bilden Konversionsphänomene einen bevorzugten Gegenstand empirischer Religionsforschung. Religionspsychologie und Religionssoziologie erforschen Formen des Übertritts von einer religiösen Tradition zur anderen, denominationelles ‚switchings‘ innerhalb des Christentums und Intensivierungsprozesse (christlich-)religiöser Sozialisation. Im Fokus stehen dabei die Motive der Konvertiten, Stadien des Konversionsprozesses, die Bedeutung von Alter, Geschlecht und sozialer Vernetzung, aber auch die politisch-kulturellen Rahmenbedingungen sowie die Rekrutierungsstrategien der jeweiligen religiösen Gemeinschaften.

Das praktisch-theologische Nachdenken über Bekehrung und Konversion nimmt seinen Ausgang bei den vielfältigen Diagnosen über die Bedeutung der Religion in der Spätmoderne: Religiöse Sozialisation ist zwar keine Selbstverständlichkeit mehr, gleichzeitig lassen sich allerdings Individualisierungs- und Pluralisierungserscheinungen im Raum des Religiösen feststellen, sodass bisweilen sogar von einem Religions-Boom die Rede ist. Das Beispiel der Konversionsforschung ermöglicht es der Praktischen Theologie im Rahmen der Kirchentheorie, am konkreten Phänomen exemplarisch über die Bedeutung, die Möglichkeiten und Grenzen von Religion und Kirche in der Gegenwart nachzudenken.

 

Proseminar

Homiletik

Dr. Kristin Merle

2st., Fr 14-16 Uhr

 

Predigen heißt: öffentliche Kommunikation des Evangeliums. Als eine solche religiöse Kommunikation ist sie unter verschiedenen Aspekten zu betrachten, in materialer wie formaler Hinsicht. Das Proseminar wird dazu dienen, einerseits klassische Konzepte der Predigtlehre kennen zu lernen und in spezifische Themen einzuführen. Andererseits wird auch die Methodik betrachtet und ganz praktisch gefragt werden: Wie kann eine Predigt sowohl theologischen wie kommunikativen Anforderungen entsprechend gestaltet werden? Im Laufe des Semesters werden wir uns zudem gemeinsam an kleineren Formen der Erprobung versuchen und eigene Andachten gestalten. Je nach Anzahl der Teilnehmenden ist daran gedacht, zwei eigenständige Lerngruppen zu bilden.

 

Homiletik

Manuel Stetter

2st., Fr 14-16 Uhr

 

Predigen heißt: öffentliche Kommunikation des Evangeliums. Als eine solche religiöse Kommunikation ist sie unter verschiedenen Aspekten zu betrachten, in materialer wie formaler Hinsicht. Das Proseminar wird dazu dienen, einerseits klassische Konzepte der Predigtlehre kennen zu lernen und in spezifische Themen einzuführen. Andererseits wird auch die Methodik betrachtet und ganz praktisch gefragt werden: Wie kann eine Predigt sowohl theologischen wie kommunikativen Anforderungen entsprechend gestaltet werden? Im Laufe des Semesters werden wir uns zudem gemeinsam an kleineren Formen der Erprobung versuchen und eigene Andachten gestalten. Je nach Anzahl der Teilnehmenden ist daran gedacht, zwei eigenständige Lerngruppen zu bilden.

 

Übungen

Kasualien. Kirchliche Begleitung an Lebensübergängen (Übung zur  Vorbereitung auf das Praktikum)

Dr. Kristin Merle

2st., Do 14-16 Uhr

 

Taufe, Konfirmation, Trauung und Bestattung sind an Schwellensituationen des Lebens angesiedelt. Als ‚klassische‘ Kasualien gehört ihr Vollzug zu den grundliegenden Aufgaben des Pfarrers / der Pfarrerin. Wir werden uns in der Veranstaltung mit den einzelnen Kasualien selbst beschäftigen und zum tieferen Verständnis grundständige Kasual- und Ritualtheorien behandeln. Auch neue Formen von Passageriten, die immer mehr in der kirchlichen Praxis an Bedeutung gewinnen, werden in den Blick kommen wie etwa Einschulungsgottesdienste oder die Goldene Konfirmation. Anlassbezogen werden wir Fragen der Seelsorge und Predigt behandeln.
Die Übung dient zur Vorbereitung auf das Praktikum, steht aber allen interessierten Studierenden offen.

 

Religion und Kritik. Religiöse Motive im Kontext gegenwärtiger Protestkulturen

Manuel Stetter

2st., Mo 16-18 Uhr

 

"Empört Euch!" - Der Titel des berühmt gewordenen Essays von Stéphane Hessel scheint einem maßgeblichen Zug des zivilgesellschaftlichen Engagements der letzten Jahre prägnanten Ausdruck zu verleihen. Die Aufstände in der Arabischen Welt, die Occupy-Wall-Street-Bewegung oder die Massendemonstrationen in spanischen Großstädten lassen die Feuilletons und politischen Kommentare von "neuen Protestbewegungen" sprechen. Und im Diskurs um das Bahnprojekt Stuttgart 21 wurde sogar die Baden-Württembergische Landeshauptstadt zum Symbol kritischen Widerstands.

Im Zentrum der Übung soll die Frage stehen, welche Rolle religiöse Motive im Kontext dieser neuen Protestbewegungen spielen. In Blick auf ausgewählte Beispiele soll geprüft und diskutiert werden, ob religiöse Einstellungen und Traditionen als Ressourcen für das kritische Engagement namhaft gemacht werden. Neben der Lektüre einschlägiger Texte sind dabei auch Gespräche und Interviews mit Aktivistinnen und Aktivisten geplant.

 

Oberseminar

Religion und Konflikt

Doktorandenkolloquium

Prof. Dr. Birgit Weyel

1st., 14tätig, Do 20-22 Uhr

Auch interessierte Studierende sind herzlich willkommen.

 

Religion begegnet in der Öffentlichkeit häufig als Thema von Konflikten. Am Beispiel von Konfliktthemen wie z.B. Minarettbau und sog. Kopftuchstreit soll die mediale Präsenz der Religion ebenso in den Blick kommen wie Theorien zur Verhältnisbestimmung von Religion und Politik bzw. Religion und Konflikt in modernen Kulturen (z.B. Huntington, The Clash of Civilizations). 

 

Zwischen Handlungstheorie und Wahrnehmungswissenschaft. Zu Aufgabe, Funktion und Gegenstand Praktischer Theologie in einer religiös pluralistischen Gesellschaft

Blocksozietät

Prof. Dr. Birgit Weyel

12.-14. Juli 2013

Anmeldung persönlich oder via Email

 

Die Blocksozietät dient zum einen der Vorstellung von Forschungsarbeiten aus der Werkstatt von Doktorandinnen und Doktoranden. Zum anderen  widmen wir uns gemeinsam einem   Thema der Forschung, und zwar der Frage nach dem Praxisbezug der Praktischen Theologie gehen: Widmet sich Praktische Theologie nur der kirchlichen Praxis oder auch der  Praxis der Religion(en) in der Gesellschaft? Ist sie vorwiegend eine Wissenschaft, die das berufliche und ehrenamtliche Handeln in der Kirche orientieren will oder beschreibt und analysiert sie religiöse Praxis?

Wie ist das Verhältnis von Empirie und Theologie näher zu bestimmen und welche Rolle spielen die theologischen Schwesterdisziplinen für die Praktische Theologie (und umgekehrt)?

Neben den Klassikern der Praktischen Theologie (z.B. Friedrich Schleiermacher und Paul Drews) wird der gegenwärtige gesellschaftliche Wandel im Mittelpunkt stehen.