Hans Ulrich Probst

"Religiöse Individualisierung und Vergemeinschaftung im Bereich des Fußballs: eine qualitativ-empirische Studie." (Arbeitstitel)

 

 

Die Arbeit kann im Bereich der Praktischen Theologie der empirischen Religionsforschung ver­ortet werden und verfolgt das Ziel, religiöse Phänomene im Bereich des Fußballs aufzuzeigen. Die theoretische Annäherung hierzu ist interdisziplinär und multidimensional. Sie weiß sich dem cultural turn verpflichtet: Religions-, sport- und körpersoziologische Perspektiven werden eben­so vorgestellt wie ritual-, medien- und diskursanalytische Theorien. Dieser breit angelegte Theo­rieteil stellt die strukturierende Grundlage für Erkenntnisse über Individualisierungs- und Dispersionsprozesse der Religion in der Moderne dar. Maßgeblicher Teil der Arbeit ist eine vielschichtige qualitativ-empirische Untersuchung auf me­thodischer Grundlage von qualitativen Interviews, teilnehmenden Beobachtungen und diskurs- sowie medienanalytischen Perspektiven. Die breit angelegte Analyse soll dabei ein möglichst fa­cettenreiches Bild ergeben, um unterschiedliche Verknüpfungsmomente von Fußball und Reli­gion aufzeigen zu können. Als Ziel der empirischen Untersuchung soll in Anwendung der grounded theory die Arbeit mit einer eigenen Theoriegenese der wissenschaftlichen Operationa­lisierbarkeit von Religion in der Moderne dienen. Konkret untersucht werden der Ablauf von Fußballspielen, das Verhältnis von Fußballspielern und ihren Fans, das Verhalten von Fans unterschiedlicher Vereine im Kontext von Sportereig­nissen in Fußballstadien, soziale Aktivitäten von Fangemeinschaften, Alltagsverhalten von Fans, die funktionale Bedeutung von Stadionkapellen und die mediale Berichterstattung von Fußballspie­len. Die Auswertung der Untersuchungen zielt abduktiv auf ein eigenes Theoriekonzept und bringt dieses mit den zunächst vorgestellten Theorien ins Gespräch. Ein abschließendes Kapitel erörtert Konsequenzen aus den Erkenntnissen für die Praktische Theologie und die empirische Religionsforschung.