Bernhard Eisel


Schaustellerseelsorge. Lebenswelt und gelebte Religion von Menschen 'auf der Reise'

 

Die qualitative Studie versteht sich zum einen als Beitrag zur praktisch-theologischen Milieuforschung. Untersucht wird die Relation von milieuspezifischen Alltagsproblematiken, Wertsystemen und religiöser Wirklichkeitskonstruktion in der mobilen Berufsgruppe der Schausteller. Als empirischer Zugang dienen narrative Interviews, die mit Angehörigen verschiedener Schaustellersubgruppen geführt und gemäß einer der qualitativen Sozialforschung entlehnten Codierungsmethodik analysiert werden. Dabei werden am Paradigma einer historisch sozial deklassierten Gruppe die Vorteile stark empirisch arbeitender - also gegen präjudizierende Einflüsse möglichst immuner - Herangehensweisen für die praktisch-theologische Forschung evident.            

Da mit den Seelsorgestellen der Circus- und Schaustellerseelsorge ein bislang theoretisch wenig reflektiertes, berufsgruppenspezifisches Seelsorgefeld existiert, soll die Arbeit zum anderen auch einen Beitrag zur poimenischen Grundlagenforschung auf der Basis sozioethnologischer Ansätze leisten.