Interreligiöses Lernen (IRL)

Wirksamkeit Interreligiösen Lernens als religionsbezogene Perspektivenübernahme im Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen (seit 2010, gemeinsam mit KIBOR)

 

Angesichts der wachsenden Bedeutung interreligiöser Beziehungen ist die Förderung interreligiöser Kompetenz ein zentrales Anliegen des Religionsunterrichts – nicht nur, aber insbesondere an beruflichen Schulen. Dieses Anliegen begründet sich zugleich gesellschaftlich, pädagogisch und wirtschaftlich, da gerade auch viele Betriebe auf die Lösung von Integrationsfragen angewiesen sind. Bislang gibt es allerdings kaum empirische Studien zur Förderung interreligiöser Kompetenz im BRU, die zu einer weiteren Verbesserung der Praxis beitragen könnten.

Die landesweite Interventionsstudie, welche gemeinsam mit dem KIBOR durchgeführt und seit September 2013 von der DFG gefördert wird, nimmt daher genauer in den Blick, was interreligiöse Kompetenz ist und ob diese durch spezifische Unterrichtseinheiten im BRU gefördert werden kann.

 

Zur Anlange der Studie gehören zwei Unterrichtseinheiten, die sich thematisch durch ihren vorhandenen bzw. nicht vorhandenen Berufsbezug für kaufmännische Ausbildungsklassen unterscheiden: „Umgang mit Geld in Christentum und Islam - Islamic Banking“ und „Religionen und Gewalt“.  Durch einen selbstentwickelten Schülerfragebogen werden die Unterrichtseinheiten zu drei Messzeitpunkten evaluiert.

Bevor im Schuljahr 2014/2015 der Hauptlauf der Studie durchgeführt wurde, fand eine längere Phase der Treatmententwicklung und -optimierung sowie der Fragebogenentwicklung und –validierung statt. Hierfür wurden die beiden Unterrichtseinheiten sowie der Fragebogen in mehreren Wellen an Schulen erprobt. Die dadurch gewonnenen Daten und die Rückmeldungen aus der Praxis waren Grundlage für die Weiterentwicklung der Treatments und des Fragebogens für die Hauptstudie, in welcher in ca. 60 Bank- und Industriefachklassen die beiden Unterrichtseinheiten durchgeführt wurden. Zusätzlich konnten ca. 30 Klassen gewonnen werden, die im Rahmen der Kontrollgruppe an der Studie teilnahmen.

Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist zu Beginn des Jahres 2017 geplant.

Wir danken an dieser Stelle ausdrücklich den zahlreichen Religionslehrerinnen und Religionslehrern sowie den kaufmännischen Schulen für ihre Beteiligung an der Studie!

 

 

Publikationen zum Projekt

Albert Biesinger / Friedrich Schweitzer / Magda Braun / Matthias Gronover / Simone Hiller / Claudia Märkt / Hanne Schnabel-Henke (2014): Wenn es in Reli um Zinsen geht… - lernen angehende Bankkaufleute dann mehr? Eine Interventionsstudie von EIBOR und KIBOR zum interreligiösen Lernen in kaufmännischen Berufsschulen, in: rabs 2/2014, 20-21.

Simone Hiller / Hanne Schnabel-Henke / Claudia Märkt (2013): Kompetenzorientiertes interreligiöses Lernen im Berufsschulreligionsunterricht, in: Albert Biesinger / Matthias Gronover / Michael Meyer-Blanck / Andreas Obermann / Joachim Ruopp / Friedrich Schweitzer (Hrsg.): Gott – Bildung – Arbeit. Zukunft des Berufsschulreligionsunterrichts, Münster – New York – München – Berlin: Waxmann, 143-151.

Matthias Gronover / Simone Hiller / Claudia Märkt / Hanne Schnabel-Henke / Friedrich Schweitzer / Albert Biesinger (2013): Interreligiöse Bildung. Aufgaben und Möglichkeiten des Religionsunterrichts im beruflichen Bildungswesen (BRU), in: Zeitschrift für Pädagogik und Theologie 65/3, 218-229.

Matthias Gronover / Simone Hiller / Claudia Märkt / Hanne Schnabel-Henke (2012): Interreligiöses Lernen in der Berufsschule. Konzepte und Perspektiven zwischen Alltag und religionsdidaktischer Inszenierung, in: BRU. Magazin für den Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen 57, 2-5.

 

Ansprechpartnerin für dieses Projekt am EIBOR

Magda Bräuer

 

 


Unter folgendem Link finden Sie eine tabellarische Übersicht über das Projekt "Interreligiöses und interkulturelles Lernen"

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