Interreligiöse und Interkulturelle Kompetenz in der Ausbildung für den Elementarbereich (IBEA)

Seit 2013, mit KIBOR

 

Im Kindergarten begegnen Kinder häufig das erste Mal anderen Glaubensrichtungen und (religiösen) Wertvorstellungen, die sich unter Umständen sehr von dem unterscheiden, was ihnen in Ihrem Elternhaus vermittelt wird. Durch die zunehmende Pluralität an religiösen und weltanschaulichen Strömungen in unserer Gesellschaft nimmt auch die Vielfalt der unterschiedlichen Glaubensrichtungen, einschließlich nichtreligiöser Orientierungen in den heutigen Kindertageseinrichtungen zu. Um sich in dieser Vielzahl von religiösen Wertvorstellungen orientieren und ein eigenes Bewusstsein und Weltbild entwickeln zu können, müssen Kinder in ihrer Begegnung mit dieser Vielfalt nicht zuletzt religionspädagogisch begleitet werden. Die Erzieherinnen und Erzieher sind für diese Begleitung von zentraler Bedeutung. Sie sollen pädagogisch kompetent mit interreligiösen und interkulturellen Inhalten, Situationen und Fragestellungen umgehen sowie entsprechende Werthaltungen erklären und bei den Kindern unterstützen können. Interreligiöse und Interkulturelle Kompetenz stellt daher einen immer wichtiger werdenden Bestandteil der von Erzieherinnen und Erziehern zu erwerbenden Kompetenzen dar.
Die entsprechenden Kompetenzen sollten von den Erzieherinnen und Erziehern schon während der Ausbildung erworben werden. Entsprechend kommen auch auf den BRU, der mit dieser Ausbildung eng verbunden ist, neue Aufgaben zu. Interreligiöse Bildung verbindet sich hier mit der Entwicklung interreligiös-religionspädagogischer Kompetenz.

Das gemeinsame Projekt von EIBOR und KIBOR nimmt die aktuelle Praxis in der Ausbildung von Erzieherinnen ud Erziehern in Bezug auf interreligiöse und interkulturelle Bildung in den Blick. Nach einer ersten vergleichenden Analyse der Bildungspläne dieses Ausbildungsganges in verschiedenen Bundesländern wurden zunächst Expertengespräche geführt, um einen Einblick in die Praxis der Ausbildung zu gewinnen. Im Sommer 2014 lieferte eine landesweite Online-Umfrage, die an Lehrkräfte in diesem Ausbildungsgang gerichtet war, zudem quantitative Daten und untermauerte die bisher gefundenen Ergebnisse empirisch.

Erste Ergebnisse des Projektes wurden bei einem von der Stiftung Ravensburger Verlag ermöglichten interdisziplinären und internationalen Symposion im September 2014 vorgestellt; die Symposionsbeiträge sind in dem bei Waxmann erschienenen Band „Kulturell und religiös sensibel – Interreligiöse und Interkulturelle Kompetenz in der Ausbildung für den Elementarbereich“ veröffentlicht.

Um dem Bedarf an themenrelevanten Inhalten Rechnung zu tragen, wurden im Anschluss an die Befragungen Module für den BRU zu zwei Themenfeldern konzipiert.
Diese Module werden in einer Interventionsstudie erprobt und evaluiert. Mit Hilfe eines Fragebogens wird der Kompetenzzuwachs der Erzieherinnen und Erzieher an religionsbezogenem Wissen, Einstellungen, Perspektivenübernahme- und Selbstreflexionsfähigkeit gemessen.


 

Unter folgendem Link finden Sie eine tabellarische Übersicht über das Projekt "IBEA".