Gegenstand der Praktischen Theologie ist die religiöse Praxis des protestantisch geprägten Christentums in Geschichte und Gegenwart. Sie in ihren unterschiedlichen Formen und Kontexten wahrzunehmen, zu verstehen und zu orientieren ist Aufgabe der Praktischen Theologie. Individuelle Religiosität, kirchliches Christentum und die zivilreligiöse Grundierung der Gesellschaft sind als Formen christlicher Praxis zu unterscheiden, aber auch in ihrer Bezogenheit aufeinander darzustellen.
Drei grundlegende Perspektiven praktisch-theologischer Forschung können unterschieden werden. In empirischer Perspektive nimmt sie die Vielgestaltigkeit religiöser Praxis in der Gegenwartskultur wahr. In systematisch-theologischer  Perspektive reflektiert sie die Formen, Riten und Symbole religiöser Praxis in ihrer Beziehung auf den christlichen Glauben. In historischer Perspektive geht sie dem Gewordensein gegenwärtiger Religionspraxis nach.

Praktische Theologie ist eine wissenschaftliche Disziplin, die für das Pfarramt und das Lehramt qualifiziert, die berufsbezogene Perspektive aber überschreitet, indem sie sich thematisch nicht allein auf kirchliches Handeln bezogen weiß und funktional über die Orientierung religiöser Praxis zugunsten ihrer Wahrnehmung und hermeneutischen Durchdringung hinausreicht.
Die Praktische Theologie gliedert sich in Teildisziplinen: Kirchentheorie, Pastoraltheologie, Religionspädagogik, Homiletik (Predigtlehre), Poimenik (Seelsorgelehre), Liturgik und Diakoniewissenschaft. Diese Unterteilung ist als Arbeitsteilung zu verstehen. Sie entspricht dem Differenzierungsgrad der einzelnen Subdisziplinen, ohne die integrale Perspektive in Frage zu stellen.

Grundzug der Praktischen Theologie ist ihre Interdisziplinarität: mit Pädagogik und Psychologie, Rhetorik und Literaturwissenschaften, Sozial-, Kultur- und Medienwissenschaften, Philosophie und Religionssoziologie steht sie in besonders intensiver Verbindung.