Allgemeine Informationen

Das Fach Praktische Theologie beschäftigt sich mit der Vermittlung von Grundsätzen der christlichen Überlieferung mit den Einsichten aus christlich-religiösen Gegenwartserfahrungen - und zwar mit dem Ziel einer wissenschaftlichen, professionsspezifisch orientierten Reflexionskultur, welche die Grundlage des Verstehens und der Verantwortung für die kirchlich verfasste und gelebte Gestalt des Christentums in der gegenwärtigen Gesellschaftskultur bildet. Die Praktische Theologie erörtert somit kritisch und konstruktiv die Gesamtheit der Voraussetzungen, unter denen die christliche Kirche ihre Aufgabe wahrnimmt.

Das Fach Praktische Theologie umfasst im Wesentlichen folgende Schwerpunktbereiche:

  • Prinzipienlehre und Geschichte der Praktischen Theologie, einschließlich Kirchen- und Religionstheorie;
  • Homiletik (Predigtlehre), einschließlich Rhetorik, Kommunikations- und Medientheorie;
  • Religionspädagogik, einschließlich Katechetik, allgemeine Pädagogik und Religionsdidaktik;
  • Poimenik (Seelsorgelehre), einschließlich Religionspsychologie;
  • Liturgik (Lehre vom Gottesdienst), einschließlich Hymnologie, Lehre vom Kirchenbau und von der christlichen Kunst;
  • Pastoraltheologie, einschließlich Berufstheorie und Kybernetik;
  • Diakoniewissenschaft, einschließlich Grundzüge des Sozialstaats und der Sozialpolitik.


Studienziel der Praktischen Theologie ist es, eine solche praktisch-theologische Kompetenz zu gewinnen, die dazu befähigt, im Lichte der persönlichen Glaubensüberzeugungen

 

  • die gegebene Gesamtlage der kirchlichen Ausübung des Christentums, der Gemeinde und ihrer einzelnen Glieder anhand exemplarischer Handlungsfelder und Lebensvollzüge zu begreifen,
  • die in der jeweiligen Einzelsituation erforderlichen Aufgaben zu erkennen,
  • situationsgerechte Lösungen zu entwerfen, durchzuführen und kritisch zu reflektieren sowie
  • in eine eigenverantwortliche spätere Berufsperspektive zu integrieren.


Dazu ist es notwendig, über Quellen im weitesten Sinne Zugang zur Eigenart der Gegenstände und Themen aus Bereich 1 des Studienplans und einer Auswahl aus Bereich 2 des Plans zu gewinnen, ein eigenes Verständnis dieser Gegenstände und Themen zu entwickeln, zu einem eigenen Urteil zu gelangen sowie dieses theologische Verständnis in dialogischer Auseinandersetzung mit den außertheologischen Wissenschaften und der zeitgenössischen Bildungswelt artikulieren, bewähren und vertiefen zu können.