Lehrveranstaltungen

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2017

 

Prof. Dr. Ekaterina Matusowa

 

„Theologie im hellenistischen Judentum“, 2st., Do 14-16.

Der Kurs macht mit den wichtigsten philosophischen Themen und Problemen im Hellenistischen Judentum bekannt und ermöglicht zugleich praktische Erfahrungen in der Lektüre und Interpretation vieler auf Griechisch geschriebenen Texte. Analysiert werden Texte aus dem Aristeasbrief, den Fragmenten Aristobuls, der Weisheit Salomos und aus Werken Philos von Alexandria. Sie werden in den Zusammenhang mit der jüdischen Tradition dieser Zeit gestellt. Besonders beachtet werden Themen, die in der griechischen Philosophie und Kultur entstanden sind und später auf die Theologie des Christentums Einfluss ausgeübt haben. Voraussetzung: Graecum

 

 

 

Dr. Jessica van 't Westeinde

"Religious Agency and Everyday Life from the 1st to the 5th Century"


This module invites students to look at the role of religious agents in the dissemination of religions from the first through to the fifth century. Religious agents are not restricted to authors, but could also be situated in the material realm, for example religious art. By firmly situating these agents in their cultural environment, students will learn to discern ideological agendas and assess if they could establish how much influence these agents exercised on everyday life (of which religion is but one aspect). With regard to religious art, students will be challenged to question and/or determine which religion a particular artefact can be ascribed to. As such, the traditional institutional approach and strict categorical thinking will be challenged. Although the module has a focus on ‘Jewish’ and ‘Christian’ religious agents, students would also be encouraged to look into traditional Roman or Greek religions. The lectures will offer background information and an introduction to new methodologies and tools with which to access the sources, whilst in the seminars students will read and analyse primary sources.

 

 

 

 

 

 

 

 

Lehrveranstaltung im Wintersemester 2016/17

Seminar:

Prof. Dr. Ekaterina Matusowa


„Der Aristeasbrief in seinem literarischen und religiösen Umfeld“


Der Kurs macht mit den wichtigsten Themen und Problemen der aktuellen Aristeasforschung bekannt und ermöglicht zugleich praktische Erfahrungen in der Lektüre und Interpretation des Aristeasbriefes. Behandelt werden seine hohe Bedeutung für die Geschichte und Literatur des antiken Judentums im Zeitalter des Hellenismus, die Methoden des Textschreibens im jüdisch-hellenistischen Milieu im 2. Jahrhundert v. Chr. sowie die wichtigsten philosophischen und ideologischen Konzepte, die von Aristeas behandelt sind.

Voraussetzung: Graecum
Do, 14-16 Uhr.

Lehrveranstaltung im Sommersemester 2016

Vorlesung:

Prof. Dr. Michael Tilly

Einführung in das Judentum


Inhalt der Vorlesung ist ein Überblick über 1. die Geschichte der vielgestaltigen jüdischen Religion in ihren wesentlichen Lebensäußerungen und historischen Kontexten von der Antike bis in die Gegenwart, über 2. wesentliche Bereiche der jüdischen religiösen Literatur, und über 3. jüdische Feste, Symbole und religiöses Brauchtum.

 

Seminar:

Prof. Dr. Ekaterina Matusova

Die Einführung in die Exegese Philons von Alexandrien

 

Der Kurs macht mit den wichtigsten Themen und Problemen der aktuellen

Philonforschung bekannt und ermöglicht zugleich praktische Erfahrungen in

der Lektüre und Interpretation philonischer Texte. Behandelt werden ihre

Bedeutung für die Geschichte und Literatur des antiken Judentums im

Zeitalter des Hellenismus, die Inhalte und Methoden der Exegese Philons

sowie seine Bezugnahmen auf die Septuaginta und auf die wichtigsten

philosophischen Konzepte seiner Zeitin ihrer Verbindung sowohl mit der

griechischen als auch mit der jüdischen Tradition.

 

Lehrveranstaltung im Wintersemester 2015/2016

Seminar:

Prof. Dr. Friedrich Hermanni, Prof. Dr. Volker Drecoll

Augustins Theologie nach De civitate dei

 

Kaum ein Werk hat theologie- wie kulturgeschichtlich eine so breite Spur hinterlassen wie Augustins Hauptwerk De civitate dei (Von der Gottesstadt). Das Werk ist nach der Eroberung Roms 410 durch die Westgoten entstanden, erschöpft sich aber keineswegs in einer Apologie gegen den Vorwurf, das Christentum sei am Untergang des Römischen Reiches schuld. Vielmehr setzt sich Augustin mit dem Wesen der Religion auseinander und verfolgt die Frage, welche richtigen Grundeinsichten die Philosophie bietet (besonders der Neuplatonismus, und hier wiederum besonders Porphyrius) und wie sich dies zur religiösen Praxis verhält. Auf dieser Grundlage entwickelt Augustin eine umfassende Geschichtsdeutung, die den Urzustand von Engel und Mensch mit dem gegenwärtigen Zustand kontrastiert und diesen von einer umfassenden Eschatologie aus relativiert. Dies bildet die Grundlage für eine differenzierte Wahrnehmung des biblischen Zeugnisses und einer eigenständigen Ekklesiologie und ist zugleich der Kontext für eine umfassende Friedenslehre und Gesellschaftsdeutung. Das Seminar wird zentrale Texte dieses Werkes lesen und in seiner Relevanz für eine systematische Neuformulierung des Gehalts des christlichen Glaubens befragen. Kirchengeschichtliche und systematische Arbeitsweisen greifen dabei ineinander.

 

Lehrveranstaltung im Sommersemester 2015

Seminar:

Prof. Dr. Volker Leppin, Prof. Dr. Volker Drecoll

 

Von Augustin zu Gottschalck: Frühmittelalterliche Theologie.

Die Zeit des 5.-9. Jahrhunderts ist für die Ausbildung einer lateinischen Theologie entscheidend geworden. Dabei ist die komplexe Antikenrezeption, insbesondere die Rezeption Augustins, wichtig geworden. Bedeutende Elemente der lateinischen Frömmigkeit wie das apostolische Glaubensbekenntnis, die Messe oder das Filioque haben in dieser Zeit ihre Gestalt gewonnen. Zudem sind in der sog. Karolingischen Renaissance die Weichen für die spätere Überlieferung der Antike und der Kirchenväter gestellt worden. Dies geht mit einer besonderen Blüte der Theologie im späten 8. und im 9. Jh. einher, für die der erste Abendmahlsstreit (Ratramnus/Paschasius Radbertus) und der Streit um die Prädestination (Gottschalck) hervorgehoben seien. Die hier aufgeworfenen Fragen sind bis heute argumentativ wichtig und sollten nicht vorschnell von konfessionellen Gesichtspunkten aus vereinnahmt werden. Das Seminar wird insbesondere den theologischen Entwicklungen nachgehen, dabei aber auch die Querverbindungen zur Frömmigkeitsgeschichte und institutionellen Veränderungen (etwa der Entstehung des Gemeindepfarramts) beachten.

 

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2014/2015

Seminar:

Professor Dr. Hans-Joachim Eckstein, Professor Dr. Volker Drecoll

 

Die Anfänge der Christologie im Neuen Testament und der frühen Kirche

Muss man über Christus denken wie über Gott (2. Clem 1,1)? Inwiefern knüpft das Verständnis von Jesus Christus als Gott, die im NT in verschiedenen Ausprägungen erfolgt, an religionsgeschichtliche Voraussetzungen an, innerhalb wie außerhalb des Judentums? Und ist das eine Interpretation, die erst auf die nachösterliche Gemeinde zurückgeht? Lassen sich begründete Hypothesen darüber anstellen, dass diese Deutungen an den vorösterlichen Jesus anknüpfen? Oder lässt der Charakter der ntl Schriften eine historische Rückfrage nach dem Zusammenhang des vorösterlichen und des nachösterlichen Christus gar nicht zu? Wo liegen die methodischen Voraussetzungen und Grenzen der Rückfrage nach dem historischen Jesus? Und wie kann man methodisch begründet eine Christologie der frühchristlichen Zeit entwickeln, die neben dem NT auch weitere frühchristliche Schriften heranzieht? Diesen Fragen wird das Seminar anhand ausgewählter Texte und Hypothesen nachgehen.

 

Seminar:

Professorin Dr. Anja Wolkenhauer, Professor Dr. Volker Drecoll

 

Bild und Text in der Antike und Spätantike

Die Verbindung von Bild und Text ist heute allgegenwärtig (in Werbung und Zeitschriften, Büchern und digitalen Medien). Der pictorial turn in der Literaturwissenschaft hat auf die Verbindung von Texten mit Bildern und auf die Bildhaftigkeit von Sprache besonders hingewiesen. Das Seminar geht der Frage nach, wo die Verbindung von Text und Bild in der Antike bereits vorhanden war und was sich hieraus für die Text- wie für die Bilddeutung ergibt. Methodische Fragen sollen mit exemplarischen Beispielen verbunden werden. Wichtige Beispiele sind die Iliastafeln, Skizzen in Lehrbüchern, Darstellungen mythologischer Erzählungen in Bildkodizes oder die Illustrationen von Kalendern, aber auch die Umsetzung von Mythen und Erzählungen in Bildprogrammen der Sarkophage, Plastik und Wandmalerei. Für Buchillustrationen ist oftmals auch die Überlieferungssituation zu berücksichtigten, die ins Frühe Mittelalter verweist. Das Seminar ist interdisziplinär angelegt und für alle Studierende mit Interessen an der Antike und Spätantike geeignet.

 

 

Lehrveranstaltung im Sommersemester 2014

 

Professor Dr. Volker Drecoll

 

Hauptseminar: Gnosis und Neuplatonismus

 

 

Der Neuansatz der platonischen Philosophie bei Plotin ist für die christliche Theologie von besonderer Bedeutung geworden und hat insbesondere auf den Gottesbegriff und die Trinitätslehre eingewirkt. In der jüngeren Forschung wird der Neuplatonismus stark von den Kontinuitäten zum Mittelplatonismus her gedeutet. Sodann spielen auch gnostische Texte eine wesentliche Rolle (bes. solche der sog. platonisch-sethianischen Gnosis). Der Neuplatonismus reagiert auf die Gnosis, umgekehrt geht die Gnosis aus einer bestimmten Form des Platonismus hervor, die mit der nachplotinischen Philosophie unmittelbar zusammenhängt. Dieser komplexe Zusammenhang ist eines der interessantesten Forschungsfelder für die Frage nach der Einnistung des Christentums in seine nichtchristliche Umwelt und ist insbesondere bei Marius Victorinus greifbar, dessen Einfluss auf die lateinische Trinitätslehre (Augustin) in der Forschung kontrovers diskutiert wird. Das Seminar geht zentralen Texten und den damit verbundenen Forschungsdebatten nach.