Finanzierung und Formen der Promotion

Es gibt verschiedene Arten, den Weg zur Promotion zu finanzieren und formal auszugestalten. Die verbreiteten Möglichkeiten der Finanzierung sind:

"Klassisches" Stipendium 

  • Größter Vorteil an Stipendien der Begabtenförderungswerke ist die Chance, sich für 2–3 Jahre ganz auf die Dissertation zu konzentrieren. Dazu gibt es meist Seminare, Workshops u.ä., Die Themen dieser Seminare variieren je nach Stiftung, ebenso die Anforderungen: Immer erforderlich ist ein sog. Exposé, das Thema, Forschungsstand, Methodik etc. darlegt; manche Stiftungen verlangen politisches Engagement; für andere sind auch kirchliche oder kulturelle Ehrenämter interessant. Einstellen muss man sich auf einen längeren, nicht immer berechenbaren Bewerbungsprozess. Insofern empfiehlt sich die parallele Bewerbung bei mehreren Stiftungen (Übersicht unter http://www.stipendiumplus.de/

 

 Landesgraduiertenförderung

 

Anstellung als Wiss. MitarbeiterIn ("AssistentIn")

  • Große Vorzüge einer Assistenten- oder Mitarbeiterstelle sind die Möglichkeit, eigene Lehrerfahrungen zu sammeln, und die Einbindung in Forschungsaktivitäten des Lehrstuhls. Meist steht ein Drittel der Arbeitszeit für die eigene Dissertation zur Verfügung. Oft dauert die Arbeit aufgrund der vielfältigen Aufgaben allerdings länger als mit einem Stipendium. Besetzt werden solche Stellen teils direkt durch die Hochschullehrer; teils werden sie öffentlich ausgeschrieben. Leider gibt es für letzteres in der Theologie keinen einheitlichen Ort (vgl. aber www.academics.de, www.hsozkult.de sowie die Schwarzen Bretter im Durchgang des Theologicums und neben Zi. 138).

 

Graduiertenkollegs

  • In Graduiertenkollegs lohnt sich besonders der Austausch mit Promovierenden und Professorinnen/Professoren aus anderen Fächern. Zudem präsentiert man regelmäßig das eigene Projekt, nimmt an Tagungen und Workshops teil; arbeitet oft auch an Anträgen, Sammelbänden u. dgl. mit – wertvolle Erfahrungen im Forschungsbetrieb, die aber auch Verpflichtungen neben der eigenen Dissertation beinhalten. Tendenziell ist das Zeitbudget für die eigene Forschung größer als auf einer Assistentenstelle, aber kleiner als bei einem Stipendium. Sinnvoll ist eine Bewerbung meist dann, wenn der/die eigene Betreuer/in an einem Kolleg beteiligt ist. Manche Kollegs bieten auch eine Assoziierung an (d.h. Teilnahme am Qualifikationsprogramm ohne Finanzierung). Listen der Tübinger Graduiertenkollegs und Promotionsverbünde unter http://www.uni-tuebingen.de/forschung.html#

 

Spezielle / zweckgebundene Stipendien kleinerer Stiftungen

  • Weiter gibt es Stipendien kleinerer Stiftungen oder für spezialisierte Zwecke. Diese reichen vom Büchergeld über die Bezuschussung von Auslandsaufenthalten bis zum Vollstipendium. Häufig sind die Bewerbungsanforderungen speziell (Herkunft aus Stadt x, Arbeit mit Beständen einer bestimmten Bibliothek, Arbeit zu einem bestimmten Thema oder Author[in] …) – das erhöht aber die Chancen, wenn das eigene Projekt dazu passt. Meist ist die Laufzeit zu kurz, um die gesamte Dissertation zu finanzieren, aber für Abschlussphasen, Forschungsreisen u. dgl. ist dies oft eine gute Möglichkeit. Eine Datenbank findet sich unter https://www.stipendienlotse.de/ (diese ist aber nicht vollständig; manche kleinen Stiftungen haben nicht einmal eine eigene Homepage. Umhören im eigenen Fach lohnt sich also!) 


Berufsbegleitend

  • Schließlich ist es möglich, berufsbegleitend zu promovieren. Dies ist für die eigene berufliche Qualifikation natürlich vorteilhaft, verlangt aber aufgrund der Doppelbelastung einen langen Atem und große Disziplin.

Ansprechpartnerin im Doktorandenkonvent

 

Corinna Ehlers

 

(Email / Tel. dienstlich: 07071 / 29 77 316)